Frühjahrsputz bei den eigenen PC-Systemen - Teil 1

Alle Jahre wieder muss der Sauhund raus und die weiße Fee rein. Das passiert nicht nur im Haushalt, wo man Essensreste vom Vorjahr aus den Ecken kratzt, sondern auch bei den eigenen PC-Systemen. In der Regel sollte man alle 6-12 Monate sein System neuinstallieren (abhängig vom Betriebssystem). Wer Linux nutzt muss (in der Regel) nur alle 2-3 Jahre ein Versionsupdate durchführen. Wichtig ist, bevor man irgendwas macht, dass man sich ganz genau überlegt, wie und was man überhaupt auf den Rechnern platzieren möchte.


Welches Betriebssystem für welchen Rechner?

In meinem Fall habe ich 2 Rechner: Einen klassischen Desktop-Rechner und ein Notebook. Für meine Arbeit an der IT-Akademie zum Microsoft Professional benötige ich zwingend eine Windows Server-Version. Da ich aber auch DVB-T (Fernsehen) über meinen Desktop-Rechner empfangen möchte, muss ich zwingend Windows 7 oder Windows 8 installieren, da Windows Server (2008 und 2012) das Windows Media Center nicht ausführen können. Somit installiere ich 2 Betriebssysteme auf meinem Desktop-Rechner parallel. Ich habe mich hierbei für Windows Server 2012 Core-Edition und Windows 7 entschieden.


Mein Notebook hingegen braucht nur Windows 7 oder Windows 8. Da ich im Zuge des Studiums zum Microsoft Certified Solution Associate 2012 auch eine Zertifizierung in Windows 8 machen muss, ich aber Windows 7 als Client bevorzuge, werde ich auch hier 2 verschiedene Betriebssysteme installieren. Somit habe ich die Vorüberlegung, welche Betriebssysteme ich brauche und welche ich installieren werde, abgeschlossen.


Festplattenaufteilung (Partitionierung) als vorherige Überlegung!

Als Nächstes folgt die Überlegung, wie ich meine Festplatten später aufteilen möchte. Da ich auf jedem Rechner 2 Betriebssysteme habe, diese aber mit dem Dateisystem nicht durcheinander kommen sollen und ich auch, unabhängig welches Betriebssystem ich gerade nutze, immer Zugriff auf meine Daten haben will, habe ich mich für die folgende Aufteilung für meinen Desktop-Rechner (Festplattenkapazität: 500gb) entschieden:
C:\ (Baseline) ..... 50gb
D:\ (Storage) ..... 150gb
E:\ (Datacenter) ..... 290gb
F:\ (Restore) ..... 10gb

Für mein Notebook (Festplattenkapazität: 320gb) nutze ich eine etwas andere Aufteilung, da ich nur über 320gb Festplattenspeicher verfüge:
C:\ (Baseline) ..... 80gb
D:\ (Datacenter) ..... 230gb
E:\ (Restore) ..... 10gb

Natürlich folgt auch eine Erklärung für diese Auswahl: Die Laufwerke "Restore" bei beiden Rechnern sind dafür da, die wichtigsten Update- und Installationsdateien für die Windows-Betriebssysteme auf Festplatte abzulegen, sowie die notwendigen Treiber zu sichern. Es macht keinen Sinn, jedesmal neu die Treiber im Internet zu suchen und herunter zu laden. Besonders der Download von Service Pack 1 für Windows 7 frisst viel Zeit, da es sich um eine 930 MB-Datei handelt. Diese Daten lege ich auf "Restore" ab. Zwar reichen 5gb voll aus, doch ich möchte für Notfälle immer einen Puffer haben.

Als nächstes folgt die Überlegung, wie groß das "Baseline" sein soll. Das "Baseline" dient bei meiner Aufteilung zum Speichern der virtuellen Festplatten, in der sich die Betriebssysteme befinden, sowie zur Auslagerung des Arbeitsspeichers. In der Regel installiert ein Benutzer sein Beitrebssystem auf eine (physikalische) Festplatte. Auf dieser Festplatte findet man dann Ordner, wie "Benutzer", "Programme", "Windows", usw. Da ich aber 2 Betriebssysteme parallel laufen lasse, erzeuge ich vorher 2 virtuelle Festplatten und installiere die Betriebssysteme darin. In Teil 2 meines Frühjahrsputzes werde ich noch einmal genauer darauf eingehen.

Das "Datacenter" wird bei mir zur Auslagerung der eigenen Dateien (Dokumente, Bilder, Videos, Downloads) dienen. In der Regel werden diese Daten unter C:\Benutzer\BENUTZERNAME abgespeichert, doch da ich auf meiner C:-Partition nur die Betriebssysteme haben möchte, ist diese Auslagerung notwendig. Da ich zudem differenzierende Festplatten (Keine Sorge, auch das wird noch in Teil 2 erwähnt) nutze, sollen die auch im "Datacenter" abgelegt werden. Da ich auf meinem Desktop-Rechner mehr Speicherplatz habe, trenne ich die Download-Dateien vom "Datacenter" und speichere diese Dateien auf der Partition "Storage" ab.


Und wie bestimme ich nun, wie groß eine Partition (Aufteilung) sein muss?

Warum ich 10gb für "Restore" zuteile habe ich bereits erläutert. Die Größe der "Baseline"-Partition ergibt sich aus (virtuelle Festplatte 1 + virtuelle Festplatte 2 + 2 * Arbeitsspeicher). Die Auslagerungsdatei für den Arbeitsspeicher ist immer (bzw. es wird empfohlen) doppelt so groß, wie der Arbeitsspeicher des Rechners. Bei 4GB RAM, die sowohl der Desktop-Rechner, wie auch mein Notebook, haben, sind das jeweils 8GB Speicherplatz. Die Größen der virtuellen Festplatten muss man hierbei abschätzen. Wer es nicht abschätzen kann, der nimmt die Standardgrößen zwischen 40gb und 60gb.

Die reine Installation von Windows Server 2012-Core benötigt ca. 3gb Festplattenspeicher (getestet in einer virtuellen Maschine). Um für Zusatzprogramme, Updates, Patches, usw. genügend Platz und einen Puffer zu haben, berechne ich 15gb an Festplattenspeicher für die erste virtuelle Festplatte. Meine zweite virtuelle Festplatte hat demnach eine Festplattenkapazität von 25gb, da ich Windows 7 auf meinem Desktop-Rechner nur nutze um im DVB-T, Film-DVDs und -Serien abzuspielen. Das ergibt (15gb + 25gb + 8gb) eigentlich 48gb. Ich runde es auf 50gb auf. Nun habe ich die Festplattenkapazität für "Baseline" auf meinem Desktop-Rechner bestimmt.

Kommen wir zu meinem Notebook. Anders als mein Desktop, den ich nur zum Arbeiten und zur Media-Wiedergabe nutze, benutze ich mein Notebook für alles, was die Technik hergibt. In erster Linie werde ich jedoch mit Windows 7 und nicht mit Windows 8 arbeiten. Da ich Windows 8 nur zum "erkunden" und zum "verstehen" für mein Studium installieren werde, weise ich auch nur den notwendigen Speicherplatz zu. Für ein Windows-Betriebssystem braucht man in der Regel mindestens 20gb Speicherplatz. Um wieder einen kleinen Puffer für Updates, Features, etc. zu haben lege ich mich auf 25gb Speicherplatz fest. Da ich unter Windows 7 sämtliche eigene Dateien, Spiele und Downloads auf "Datacenter" speichere, reichen mir 45gb locker, um nicht Probleme zu bekommen.


Und was nun?

Wir haben uns überlegt, welche Betriebssysteme wir installieren werden, wie wir unsere Festplatten partitionieren (aufteilen) und für was wir die Partitionen verwenden werden. Sie mögen es nicht glauben, aber wenn Sie soweit alles richtig gemacht haben, wurde der schwerste Teil erfolgreich absolviert! Zur weiteren Vorbereitung unseres Frühjahrsputzes werden wir noch abschließend die Daten sichern und uns im Vorfeld die benötigten Treiber und Updates aus dem Internet besorgen.

Wie man Daten sichert ist kein Punkt, auf dem ich lange Zeit verschwenden will. Sie nehmen eine USB-Festplatte (sollten Sie noch keine haben, so kaufen Sie sich eine!) und kopieren die wirklich wichtigen Daten darauf. Das beinhaltet Musik-Dateien, Video-Dateien, EDV-Dateien (Word, Excel, Photoshop) und was Sie sonst noch alles für wichtig betrachten. Sichern Sie keine installierten Programme, denn diese werden nach einer Neuinstallation (meistens) ohnehin nicht mehr funktionieren.

Zum Abschluss suchen Sie sich noch Ihre benötigten Treiber aus dem Internet. Haben Sie ein Notebook, so besuchen Sie die Webseite des Herstellers. In der Regel hat jedes Notebook eine Herstellernummer, mit der man auf der Herstellerwebseite die Treiber unkompliziert finden und runterladen kann. Sollten Sie einen Desktop-Rechner besitzen und die Hardware-Komponenten nicht kennen, so laden Sie sich zur Identifikation der Hardware "Everest Home" runter und entnehmen der Systemanalyse von "Everest Home", über welche Hardware Sie verfügen. Abschliessend speichern Sie die Treiberdateien ebenfalls auf einer externen Festplatte.

In der Regel müssen Sie keine Update-Dateien für Ihr Windows-Betriebssystem vor der Installation runterladen. Sollten Sie jedoch nur über eine Windows 7-Installations-CD verfügen, die kein Service Pack 1 hat, so besuchen Sie vorher noch www.winfuture.de und laden Sie sich das Service Pack 1 für Windows 7 runter. Dies gilt auch für Nutzer von Windows XP, deren Installations-CD noch kein Service Pack 3 beinhaltet. Windows 8-Nutzer betrifft dieser Schritt nicht, da Microsoft für Windows 8 keine Service Packs publizieren wird!


Zum Installation-Vorgang, dem Einrichten der Betriebssysteme und den notwendigen Programmen für einen reibungslosen Ablauf folgen in den nächsten Tagen weitere Blogeinträge.
23.11.12 15:17
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Kategorien:




Gratis bloggen bei
myblog.de

Kontakt   |   Archiv   |   Abonnieren   |   RSS