Diablo 3 - Blizzards offizieller Griff ins Klo!

Wenn man sich die Entwicklung von Spielen anschaut, so stellt man eines fest: Es gibt mehr, besseres, schöneres und der Spielspaß nimmt in der Regel zu. Auch wenn Klassiker, wie Zelda, Super Mario oder auch Tetris unantastbar bleiben, so schafften es immer wieder neue Spiele ihre Kundschaft zu fesseln. Anders als bei Filmen waren Fortsetzungen meist besser und erfolgreicher. Activision-Blizzard schaffte es hier jedoch, einen kompletten Rückschritt offenzulegen und seinen gesamten Kundenstamm vollständig zu verärgern.

Mitte Mai veröffentlichte Blizzard Entertainment seine Fortsetzung der Diablo-Reihe. Diablo 3 wurde seit Jahren erwartet und sollte Fans des zweiten Teils, der als Meilenstein des Hack'n'Slay-Genres galt, würdig fortsetzen. Blizzard veröffentlichte im Vorfeld einige Videos, die Einblick in das Spiel und Versprechungen gaben, die jedoch am Ende nie eingehalten worden sind. Zwar ist Diablo 3, was Grafik und Flair angeht, einsame Spitze, doch das Spielprinzip ist ausgelutscht und fehlerhaft.

Der Untergang begann schon früh, als man Diablo 3 in den ersten 2 Wochen kaum bis gar nicht spielen konnte. Blizzard wusste, dass es einen Ansturm auf das Spiel geben würde, doch konnten deren Spielserver nicht mal ansatzweise diesen Ansturm halten. Für ein Spiel, welches eine Verbindung mit den Servern voraussetzt, war das eine absolute Katastrophe. Blizzard spielte Hotfixes ein, welche die Ressourcenlast von den Servern teilweise auf die Clients abwälze. Das Resultat war, dass teilweise selbst High-End-Rechner Probleme hatten, dieses Spiel zum Laufen zu bringen. Ältere Rechner kamen auf 5 FPS (Frames per Second; Bilder pro Sekunde).

Erst nach 6 Wochen konnte Blizzard die größten Serverprobleme lösen, so dass das Spiel teilweise spielbar war. Das nächste Problem wartete jedoch schon: Das eigentliche Spiel, welches mit dem Tod Diablos endete, hatte man nach maximal 7 Stunden abgeschlossen. Danach musste man das gesamte Spiel von Neuem beginnen. Zwar auf einer neuen Schwierigkeitsstufe, doch eintönig war es dennoch. Dies machte man 3 mal bis man Level 60 erreichte, das maximale Level des Spiels. Was war danach? Die Schwierigkeitsstufe "Inferno" wartete, jedoch erhält man weder neue Fähigkeiten, noch eine neue Spielstufe. Einen Sinn hatte das Spiel auch nicht mehr, denn das Spielprinzip auf "Inferno" frustrierte, anstatt zu motivieren.

Von normalen Spielklassikern weiß man, dass der Weg zu einem Endboss besonders interessant ist. Der Bosskampf ist dann etwas Besonderes. Nicht bei Diablo 3, denn die Bosskämpfe sind einfacher, als überhaupt zu einem Boss zu kommen. Anders als bei den üblichen Hack'n'Slay-Spielen muss man noch nicht mal Monster besiegen, denn man kann an ihnen einfach vorbei rennen.



Viel Schlimmer ist die Suche nach Gegenständen. Um besondere Gegenstände zu erhalten muss man nicht nur Endgegner besiegen, sondern kann diese auch von besonderen Monstern erhalten. Diese besonderen Monster sind wie normale Monster, nur dass sie übertriebene Fertigkeiten erhalten, die einem eher den Spielspaß rauben. Als Beispiel nehmen wir die Fertigkeiten Jailer, Vortex, Frozen und Arkan. Mit Vortex wird man auch aus einer hohen Distanz von den Monstern heran gezogen, Jailer macht den Spieler für wenige Sekunden bewegungsunfähig. Wird Frozen in diesen Sekunden gewirkt, so wird der Spiele für weitere (bis zu) 10 Sekunden handlungsunfähig. In den meisten Fällen stirbt man schon daran, doch sollte man es überleben, so wurden in der Zwischenzeit soviele Arkan-Fallen gezaubert, so dass man unmöglich fliehen kann. Dieses Szenario gibt es auch mit anderen Fähigkeiten zu genüge, was einem beschränktem Spielprinzip von vor 10-15 Jahren gleicht. Keine Innovation, keine Kreativität.

Zwar wurde, um den Spielern bei der Suche nach Gegenständen zu helfen, ein Auktionshaus geschaffen, bei dem die Spieler mit viel Suchpech dennoch ihre Ausrüstung kaufen können, doch dieses Auktionshaus wurde schnell unbrauchbar. Aufgrund vieler Fehler konnten Spieler sich Gold ergaunern. Der sogenannte "AH Gold Dupe" funktionierte über einen Monat, bis man ihn beseitigte. Von Seiten Blizzards meldete sich nur Bashiok(Community Manager), der eine Existenz eines solchen Fehlers abstreitete. Doch diese Fehler gab es. So wurde aufgrund eines Item Dupes der gesamte asiatische Server zurückgestellt ("Rollback"), da man sich kostenlos unendlich viele Gegenstände duplizieren konnte. Auch der "Godmode" des Magiers und des Barbaren waren schwerwiegende Fehler, die Blizzard Entertainment über Wochen nicht wahrgenommen hatte und damit das Gold im Auktionshaus einer Inflation ausgesetzt war. Für ehrliche Spieler waren die Preise für gute Gegenstände im Auktionshaus nicht zu entrichten.

Am Mittwoch veröffentliche Blizzard Entertainment dann endlich den Patch 1.04. Mit Level 60 soll man fortan die Möglichkeit haben mit seinen Charakter weitere Level zu erspielen. Zudem wurden die Ressourcenkosten für das Spiel so stark gesenkt, dass auch ältere Rechner ohne Probleme das Spiel zum laufen bringen. Es sollen mehr gute Gegenstände fallen, so dass man nicht mehr zwingend auf das Auktionshaus angewiesen ist. Mit Patch 1.10 wurden Arenen für PvP (Spieler gegen Spieler) angekündigt, um dem Spiel auf einem maximalen Level auch einen Sinn zu geben.

Letzendlich muss man zu Patch 1.04 aber eines sagen: Wenn ich mein Scheisshaus neu tapeziere, dann wird es dadurch nicht zum Wohnzimmer! Blizzard Entertainment hat ein rückständiges Spielkonzept kopiert, welches vor 10 Jahren in Hack'n'Slay-Spielen zum Einsatz kam. Zwar wurde die Grafik verbessert, doch wurde in allen Belangen versagt. Keine Serverstabilität, kein ausreichende Bug-Prüfung, keine Langzeitmotivation, mangelhaftes Spieldesign.

Makaber dabei ist aber, dass Blizzard Entertainment die Entwickler von Diablo 1 und 2 (beide Spiele waren Führend im Hack'n'Slay-Genre) vor die Tür gesetzt haben. Als einer dieser Entwickler (David Brevik) öffentliche Kritik an Diablo 3 äußerte, reagierte der leitende Spieldesigner (Jay Wilson) von Diablo 3 erbost und schrieb auf Facebook eine Nachricht, welche "fuck that losers" (Übersetzt: "fick diese Verlierer") beinhaltete.

Wenn man heute ein Fazit ziehen müsste, dann stellt sich die Frage, wer die Verlierer sind. Diablo 3 ist verloren. Um das Spiel wirklich zu retten, müsste ein komplett neues Spielprinzip implementiert werden, was nicht über ein Patch oder ein Update machbar ist. Der Influtation im Auktionshaus kann nur mit einer Rücksetzung des Servers ("Rollback") Einhalt geboten werden, was die Community vollends verärgern würde. Von einem leuchtenden Stern fiel man tief herab in einen dunklen Keller. Bei Jay Wilson und seiner Diablo 3-Crew scheint aber wenig Einsicht zu herrschen. Klar ist nur die Aussage der Community, was die Diablo 3-Entwickler angeht: "fuck that losers!"
24.8.12 20:24
 


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