Beim DFB läuft was schief ...



Dritter bei der WM 2006, Zweiter bei der EM 2008, wieder Dritter bei der WM 2010 und jetzt nur Vierter bei der EM 2012. DFB-Präsident Niersbach ging direkt nach dem verlorenen Halbfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft auf Schmusekurs und lobte Joachim Löw in den Himmel. Dass dies reine Taktik war, um Löw von einem Rücktritt abzuhalten war allen klar. Doch warum? Man hoffte auf das Fazit der EM und eine abschliessende Stellungsnahme. Diese kam jetzt von Oliver Bierhoff:

Bierhoff: "Das EM-Fazit fällt positiv aus"

Als Begründung für ein positives Fazit gab DFB-Manager Bierhoff Probleme im Vorfeld der EM an, die seiner Meinung nach gut gelöst wurden. Es sei eine gute EM gespielt worden und man hätte viel Potential in der Mannschaft. Zudem wurde ein finanzieller Gewinn erzielt.

Nun fragt man sich als intelligenter Mensch: Hast du noch alle Tassen im Schrank??? Das Erzielen eines finanziellen Gewinns ist selbstverständnlich für jede teilnehmende Nation und zudem auch weniger eine Leistung des Teams, sondern des Managers. Eigene Lobhudelei in allen Ehren, aber die Finanzen haben hierbei leider kein Gewicht. Auch die angesprochenen Probleme im Vorfeld fallen nicht ins Gewicht, da alle Nationen mit diesen Problemen zu kämpfen hatten. Italien, England, Spanien mussten sogar auf Kräfte und Leistungsträger verzichten, die sich im Vorfeld verletzt hatten.

Bleibt nur noch der Punkt des Potentials. Ja, die deutsche Nationalmannschaft hat Potential. Das hat sie schon seit 2006, als das "Sommermärchen" seinen Platz in Deutschland gefunden hat. Doch wurde seitdem etwas beachtliches geleistet? Nein! Ist dieses Potential in der Mannschaft eine Leistung, welche sich Bierhoff oder Löw zuschreiben können? Auch nicht. Das Potential der Mannschaft konnte erzielt und gesteigert werden durch die makelose Koordinationsarbeit von Matthias Sammer, der von Bierhoff und Löw nach und nach abrasiert und gegangen wurde. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Sammer ein gutes Angebot bekommt und es annehmen würde. Nach der EM 2012 war es soweit und er ging zum FC Bayern München.

In wie fern kann man also ein positives Fazit bei dieser EM ziehen, wenn der DFB nach der EM den Mann hinter der Kulisse verloren hat, der für den Aufschwung verantwortlich war? Und zudem, wie kann man an Joachim Löw noch weiter festhalten, der 6 Jahre lang eine der stärksten Mannschaften der Welt trainierte, aber nichts vollbringen konnte? Wenn man (mit großem Abstand) die stärkste Mannschaft in ein Turnier begleitet und man scheitert, dann ist das traurig. Doch scheitert man so überdeutlich, dass es schmerzt, dann muss man es hinterfragen.

Man kann zwar für 2008 und 2010 die Ausrede geltend machen, dass Spanien eine sehr starke Mannschaft hatte und womöglich besser war, jedoch muss man von einer Mannschaft, die zu den Besten der Welt gehört, auch verlangen können, über sich selber hinaus zu wachsen. Die Niederlage gegen Italien im Jahr 2012 war definitiv keine, die man beschönigen kann. Joachim Löw machte einen taktischen Fehler, der so groß war, dass er nicht entschuldbar ist. Die rechte Seite offen zu lassen, über die direkt 2 Gegentore fielen, nur weil man aufgrund eines Spielers (von Pirlo ist die Rede) von Raumdeckung auf Manndeckung umschalten wollte, ist dämlich. Italien war extrem schwach und eine Liga unter der des DFB, dennoch haben wir klar und deutlich verloren.

Wo ist hier also ein positives Fazit zu ziehen? Man sollte eher klar definieren, wo das Problem in den letzten Jahren war. Das Problem war nicht die Mannschaft, die von Egoschweinen (Michael Ballack) oder Alibi-Fussballern (Thorsten Frings) befreit wurde, und auch nicht das Management und der Koordination, welches die Qualität der Spielerbetreuung extrem erhöht hat. Das Problem findet sich leider auf der Bank und klammert sich wie ein Tumor fest. Taktische Fehler (Halbfinale 2010, Halbfinale 2012), Loyalität zu Spielern, die keine oder gar mangelnde Leistung zeigen (Ballack/Frings 2008, Podolski/Müller 2012) und zudem ein fragwürdiges Auftreten innerhalb des Vereins (Ausbootung Ballack, "Signing Fee", Affäre Sammer) würden ein Ende Löws rechtfertigen. Doch leider endet Löws Vertrag erst 2014.
19.7.12 11:23
 


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